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Kirchweihe 1704

Am Sonntag Exaudi 1704 kam es zur Weihe der bis dahin neu errichteten Patronatskirche zu Ostrau. Dieses genaue Datum ist uns bekannt, seit im Jahre 2003 ein Notenkonvolut auftauchte, welches ausweist, dass zwei der drei enthaltenen Kantaten eigens zur Weihe der Patronatskirche komponiert wurden. Johann Justus Kahle, der Organist an St. Stefani zu Helmstedt, verfasste diese Musik und widmete sie seinem Auftraggeber, dem Ostrauer Patronatsherrn Otto Ludwig von Veltheim. Wahrscheinlich wurden alle drei Kantaten unter der Leitung des Komponisten im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes aufgeführt.

Der guten Archivierung des Konvoluts zunächst im Gutsarchiv Ostrau und später im Landeshauptarchiv Magdeburg (Außenstelle Wernigerode) ist es zu verdanken, dass die Noten erhalten sind.

"Musique zur Einweihung einer neu erbaueten Capelle"

Die 'Kirchweihmusik' umfasst drei Kantaten, die jeweils auf einen Psalmtext komponiert wurden:

"Jauchzet dem Herrn alle Welt" (Psalm 100) und "Wie lieblich sind deine Wohnungen" (Psalm 84), beide von 1704 zur Kirchweihe. Außerdem die Kantate "Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen" (Psalm 121) von 1692.

"Wie der Hirsch schreyet" (Psalm 42), eine weitere Kantate aus der Feder Kahles, befindet  sich in der Sammlung von Heinrich Bokemeyer, Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin. Diese Kantate wurde nicht für Ostrau komponiert und stellt damit das bisher einzige Schaffenszeugnis des Helmstedter Organisten abseits des Ostrauer Konvoluts dar.

Der Widmung der Kirchweihmusik fügt Kahle ein wohl selbst verfasstes "Sonett auf die Ostrauische Orgel" bei:

Wenn ein recht hoher Zweck der andere Christ entzündt, / wenn von den Dichtern wird was Wichtiges besungen, / so wünschen Sie dazu sich manchmal hundert Zungen, / weil einer Zung allein oft alle Kraft verschwindt.

Sind nun viel Sprachen gleich aus einem Mund erklungen. / Und ob man hier und da zwar solche Leute findt, / die wie die Tyrier von zweyen Zungen sind; / Ist keinem doch der Wunsch mit hunderten gelungen.

Doch der von Veltheim hat noch mehr als dies gethan: / Er sahe sein Gemahl, er sah die Erben an, / wie Gott der Schwestern Glück, des Hauses Wohlgebohrn, / Er überlegte auch der Unterthanen Ruh, / und rief : Herr, meiner Zung ist nicht genung hierzu, / dich soll die Orgel auch durch tausend Zungen loben.

Der Komponist

Johann Justus Kahle stammte aus gutbürgerlichen Verhältnissen. Sein Vater, Bartold Kahle, war Bäckermeister in Helmstedt. Die Mutter, Catharina, geb. Strobel, kam aus Alvensleben. Der Sohn Johann Justus wurde am 12. April 1668 geboren und in der Kirche St. Stephani zu Helmstedt getauft. Mit 19 Jahren heiratete er am 3. Februar 1687 Anna Margarete Brandes aus Helmstedt. Die Trauung wurde ebenfalls in St. Stephani vollzogen, als Kahle bereits "wohlbestallter Organist" an dieser Kirche war, wie ausdrücklich im Kirchenbuch dazu vermerkt ist. Später wurde er als Organist und Ratsherr nach Zellerfeld berufen. Hier verliert sich Kahles Spur; sein Sterbedatum ist bisher unbekannt.

J. J. Kahle komponierte im Auftrag Otto Ludwig von Veltheims (1672-1714), dem Besitzer der Güter Harbke - unweit von Helmstedt gelegen - und Ostrau. Es ist wahrscheinlich, dass Kahle ab und an auch in der Harbker Schlosskirche den Organistendienst an der 1720 erbaute Fritsche-Treutmann-Orgel versah. Vermutlich begründete sich die Bekanntschaft Veltheims und Kahles in beider Studienzeit. Das liegt nahe, weil O. L. von Veltheim in Helmstedt studierte. An der Universität wurde wie üblich in einem entsprechenden Collegium regelmäßig musiziert; vielleicht beteiligte sich auch Kahle an diesem Collegium.



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